ID: 41689   |  veröffentlicht am: 09.07.2021 15:45   |   Hits: 298      
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Ausgrabungen im Niederlausitzer Braunkohlenrevier 2015/2016

Arbeitsberichte zur Bodendenkmalpflege in Brandenburg Heft 32:
Ausgrabungen im Niederlausitzer Braunkohlerevier 2015/2016 (Wünsdorf 2022)

400 Seiten, durchgängig vierfarbig, Paperback


34,00 €
inkl. 7% MwSt.

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Artikel-Nr.: SW10010

Autor: Franz Schopper (Hrsg.)
ISBN: 987-3-910011-87-8
Länge: 297cm
Breite: 210cm
Höhe: 23cm
Gewicht: 1750g



Produktbeschreibung

Die 24 Beiträge dieses Bandes folgen in etwa der Chronologie. Am Anfang steht der mit 128.000 Jahren älteste Fundplatz der Niederlausitz überhaupt. Auf einem Jagd- und Schlachtplatz des mittleren Paläolithikums vom Ende der vorletzten Eiszeit, dem Saale-Glazial, traten große Teile des Skeletts eines Wildpferdes mit Schlag- und Ritzspuren vom Abfleischen zutage. Zeitlich schließen sich Feuersteinartefakte, insbesondere Mikrolithen, von Jägern der älteren Mittelsteinzeit (9./8. Jt. v. Chr.) bei Groß-Lieskow im 2015 stillgelegten Tagebau Cottbus-Nord an.
Gleich vier Grabungen zur Bronzezeit sind im Gebiet der Lausitzer Kultur nicht verwunderlich. Aus diesem Jahrtausend zwischen dem 14. und 4. Jh. v. Chr. liegen z. B. von  der Trasse für die neue B112 zwischen dem Tagebau Jänschwalde und der Neiße eingeebnete Grabhügel vor. Am Tagebau Welzow-Süd ist es eine Siedlung, die bislang von der Abbaukante verschont geblieben war, nun jedoch innerhalb einer Trasse lag. Sie besteht aus drei Konzentrationen bronzezeitlicher Gruben im Abstand von jeweils etwa 150 m, die wohl zu drei verschiedenen Hofstellen gehörten.
Es mag erstaunen, wie ähnlich Gefäßausstattungen bronzezeitlicher Gräber unterschiedlicher Gräberfelder weit voneinander entfernter Orte sind. Im Band wird das an Gruben mit Asche und Tierknochen von den Gräberfeldern Ragow und Klein Jauer, Saalhausen und Altdöbern demonstriert. Was sich dahinter verbirgt, ist der einheitliche Bestattungsritus bestimmter Phasen der Bronzezeit. Markante Unterschiede gibt es zwischen der Jungbronzezeit, in der Asche der Kremation oder eines Opferfeuers mit in die Gräber oder eine zugehörige Grube geschüttet wurde, was in der darauf folgenden Jüngstbronzezeit nicht mehr üblich ist oder sich nur noch in Gräbern der Übergangszeit findet.
Wasser ist Leben. Deshalb liegen die urgeschichtlichen Siedlungen in der Nähe von Bächen. Aus Veränderungen der Höhenlage der Siedlungen und ihrer Distanz zum nächsten Gewässer lassen sich Schlüsse zum Wasserdargebot und zum Klimawandel in prähistorischer Zeit ableiten. Zu vielen Siedlungen gehören außerdem Brunnen. Einer der typischen bronzezeitlichen Brunnen aus ausgehöhlten Eichenstämmen von der Grießen-Hornoer Hochfläche im Tagebau Jänschwalde ist Ausgangspunkt einer Zusammenstellung von fast 100 solcher Brunnen der Lausitzer Kultur.
Aufgrund einer klimatischen Trockenphase lagen die germanischen Siedlungen, aber auch das große Hügelgräberfeld dieser Zeit in der Aue. Außer Hausgrundrissen wurde ein Kastenbrunnen freigelegt, in dessen Baugrube sich der Unterliegerstein einer Drehmühle befand. Ein Brett des Brunnens wurde aus einem Kiefernstamm mit 66 Jahrringen gespalten, der kurze Zeit nach dem Jahr 395 geschlagen worden ist.
Breit gefächert sind ebenso die Forschungen für den Zeitraum Mittelalter bis frühe Neuzeit. Sie reichen von einem im Tagebau Welzow erfassten Abschnitt der Via regia lusatiae inferioris, der Nieder- oder Zuckerstraße zwischen der Messestadt Leipzig und Schlesien über die Freilegung von Ackerrelikten in der Flur Grießen (Jänschwalde) und Gosda (Welzow) bis hin zu den mittelalterlichen Kirchen von Altdöbern und Horno.
Mit Feldsteinen angefüllte neuzeitliche Gräben aus der Feldflur Grießen und Untersuchungen zweier kleiner Fließgewässer, dem Peitzendorfer Feldgraben und Schwarzen Fließ bei Bärenklau, runden den zeitlichen Gang durch die Arbeitsergebnisse ab.


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