Ausgrabungen im Niederlausitzer Braunkohlenrevier 2004



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Artikel-Nr.: 00014

ISBN: 978-3-910011-35-9,3-910011-35-7
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Produktbeschreibung

Arbeitsberichte Heft 14, 2005
186 Seiten, 206 Abb., Broschur
Hrsg.: Franz Schopper
Beiträge u. a. aus Horno, Klein Görigk, Groß Lieskow, Geisendorf, Sellessen
Aktueller Schwerpunkt der Archäologie im Niederlausitzer
Braunkohlenrevier sind Ausgrabungen in umgesiedelten Dörfern. Im Jahr
2004 betrafen sie Klein Görigk, Geisendorf, die mittelalterliche
Dorfwüstung „Berlinchen“ (Tagebau Welzow-Süd), Lakoma (Tagebau
Cottbus-Nord) und Horno. Auf einer Entwässerungstrasse durch Klein
Görigk kam eine Vielzahl an Befunden zutage. Außer Hausfundamenten,
einem Bohlenweg und einem großen Feldsteinpflaster in der Bachniederung
am Petershainer Fließ gehören dazu elf Brunnen. Die Bohlen des ältesten
Brunnens sind dendrochronologisch auf das Jahr 1199 datiert. Demzufolge
wurde Klein Görigk wie das benachbarte Kausche um 1200 gegründet.
Nach dem Freizug und Abriss der Häuser vor dem nahenden Tagebau galten
die Ausgrabungen großen Abschnitten des Angerdorfes Horno. Aus der
Anfangsphase des Ortes liegen in Holz oder Stein gebaute Hauskeller,
Pfostenbauten und Brunnen vor. Ein im Jahre 1230 errichteter Brunnen mit
mehreren ineinander gesetzten Kästen erreichte das Grundwasser in 15 m
(!) Tiefe unter der Hornoer Hochfläche. Brandschuttgruben mit Keramik
des 14. Jhs. belegen einen Dorfbrand. Die vollständige Ausgrabung des
Dorffriedhofes ergab über 2000 Gräber. Einige der ältesten
mittelalterlichen Bestattungen in Särgen mit Sprossenboden befanden sich
unter den Fundamenten und im Innenraum der Kirche. Sie gehörten zum
Friedhof eines hölzernen Vorgängerbaus, der vor Errichtung der gotischen
Kirche im 15. Jh. an gleicher Stelle stand, auch einmal abbrannte und
erneuert wurde. Die archäologischen Ausgrabungen sind Bestandteil eines
umfangreichen Dokumentationsprojektes für Horno, an dem sich außerdem
Bauforschung, Botanik, Ethnographie, Onomastik und viele andere
Forschungsdisziplinen beteiligen.
Vor der Gründung von Horno im Hochmittelalter siedelte man auf dieser
Grundmoränenplatte nur während der Bronzezeit. In jener Zeit errichteten
die Bewohner in den kleinen am Ende der Eiszeit entstandenen Tälern
einzelne bis zu 28 m lange Häuser in Pfostenbauweise, auch Brunnen,
Grubenspeicherplätze und Gräber. Die geringe Zahl der Bestattungen
belegt nur eine Besiedlungsdauer über ein bis zwei Generationen.
E. Bönisc



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